Stimmungsvoller Adventsmarkt bei Regens Wagner Holzhausen

Stimmungsvoller Adventsmarkt bei Regens Wagner Holzhausen

Am 24. und 25. November fand unser diesjähriger Adventsmarkt statt, mit einem veränderten Konzept gegenüber den Vorjahren: Die Veranstaltung war in das Gelände der Bioland-Gärtnerei verlegt worden. Die Enge, die früher oft in den Magnus-Werkstätten herrschte, war damit einer großen Weitläufigkeit gewichen.

„Es ist schön, dass man hier so viel Platz hat und sich nicht gegenseitig anrempelt“, bemerkte ein Besucher, während er die Hände am Becher mit Glühwein wärmte. Ja, trotz ungastlicher Wetterverhältnisse freuen wir uns über zahlreiche Gäste!

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Winter Wonderland beim Adventsmarkt

von Bianca Günzer (27.11.2023)

Am vergangenen Wochenende läutete man bei Regens Wagner Holzhausen die „staade Zeit“ ein, und rechtzeitig zum Start des Adventmarktes fielen sanft weiße Schneeflocken vom Himmel. Wohngruppen und Bereiche wie die Förderstätte oder die Heilpädagogische Tagesstätte boten ihre selbst hergestellten Produkte an: Weihnachtskarten, Adventskränze oder warme Wollsocken, um nur einige zu nennen. Am Stand der Kunsthandwerk-Abteilungen Metall, Weberei und Keramik gab es zum Beispiel vergoldete Metallengel, leuchtende Keramiksterne oder gemütliche Schaukelliegestühle. Hier wurde fündig, wer ein schönes und sinnvolles Geschenk suchte. Die Wohngruppen finanzieren sich von den Einnahmen einen Ausflug, eine Reise oder einen besonderen Restaurant-Besuch. „Wir möchten nach Italien!“, erzählte ein junges Verkaufstalent strahlend. Da machte das Einkaufen gleich doppelt Freude.

Im Kuchenzelt konnte man sich bei den doch eher frostigen Temperaturen aufwärmen, ebenso in der Suppenküche. An den anderen Ständen gab es noch mehr Köstlichkeiten, die allesamt in der Küche bei Regens Wagner Holzhausen selbst zubereitet wurden. Ein Team aus verschiedensten Abteilungen war dafür im Einsatz. Auch unsere Klientinnen und Klienten halfen fleißig mit oder kümmerten sich um ein unterhaltsames Rahmenprogramm. So wurde bei der Lebenden Krippe im Schafstall adventliche Geschichten vorgelesen. Auf dem Adventsmarkt selbst schaute an beiden Nachmittagen der Nikolaus mit seinen Engeln vorbei und verschenkte Lebkuchen und Spekulatius aus den CAP-Märkten.

Der Hofladen hatte während des gesamten Marktes geöffnet. Viele Gäste nahmen dies zum Anlass, sich ein wenig warm zu laufen: Ständig waren Menschengruppen zwischen dem Gelände der Bioland-Gärtnerei, wo der Adventsmarkt stattfand, und dem Hofladen unterwegs. Im Hofladen selbst gab es nicht nur eine kuschelig warme Stube, sondern auch Glühwein, Gebäck und jede Menge toller Dinge für daheim.

Mit Einbruch der Dunkelheit trat das Leuchten all der Lichterketten und illuminierten Apfelbäume verstärkt in den Vordergrund, und das Feuer in den Feuerschalen wärmte den einen oder anderen Gast und zauberte ihm ein Lächeln ins Gesicht. Insgesamt ein besinnlicher Auftakt in die doch achtsamste Zeit des Jahres.

Spotlights

von Anette Böckler (28.11.2023)

Drin im Hauptgebäude

Auf der Bank im Hauptgebäude sitzt eine langjährige Bewohnerin. Fertig angezogen für den Bummel über den Adventsmarkt. Noch ist über eine Viertelstunde Zeit.

„Na, freust du dich schon?“, frage ich im Vorübergehen.

Mein Gegenüber nickt und erklärt mir freudestrahlend: „Ich warte auf meine Nichte!“ Und dann, dann gehe es gemeinsam los. Bis dahin, so vermute ich, freut sie sich an der Vorfreude.

Sie ist nicht die Einzige, die heute Besuch bekommt! Viele Eltern und Geschwister schauen gern zum Adventsmarkt vorbei. Hier treffen sich alle: Klientinnen und Klienten, deren Eltern und Geschwister, Freunde des Hauses, interessierte Kundinnen und Kunden, Groß und Klein. Man trifft auf alte Bekannte, plaudert im Vorübergehen, sagt einander Hallo – und freut sich an den ungekünstelten Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Handicap.

Drin im Gewächshaus

Hier findet der Kreativ-Markt statt. An den Ständen bieten unsere Wohngruppen und Bereiche Gebasteltes, Gestricktes, Gestecktes, Getöpfertes, Genähtes und Gekochtes zum Verkauf – alles selbst gemacht. Der Ideenreichtum kennt keine Grenzen! Da ist vieles dabei, womit man sich selbst oder einem lieben Menschen eine Freude bereiten kann. Mindestens genauso groß ist die Freude aufseiten derer, die das alles hergestellt haben. Denn mit dem eingenommenen Geld können spezielle Wünsche erfüllt werden.

Am Ende des Folientunnels hat der Kunsthandwerk-Bereich Metall sein Sortiment arrangiert, in harmonischer Kombination mit Produkten aus den Bereichen Keramik und Weberei. Eine Fülle an adventlichen und weihnachtlichen Motiven sind vertreten, vom filigranen Engel in goldenem Gewand über Sterne und Weihnachtsbäume bis hin zum Elch, der gegen die Kälte einen blauen Schal umgeschlungen hat.

Über allem wacht der Olivenbaum. Ganz unaufdringlich, und doch mit weißen Schneeflocken geschmückt, steht er im Gewächshaus und schaut auf das muntere Treiben. Er hatte seinen großen „Auftritt“ im Frühjahr, als hier zum Auftakt der Karwoche die erste Veranstaltung abgehalten wurde. Denn Olivenbäume standen zur Zeit Jesu im Garten Getsemane, der in der Passionsgeschichte eine bedeutsame Rolle spielt. In der Weihnachtsgeschichte kommt kein Olivenbaum vor; trotzdem darf er heute und auch künftig natürlich gern dabei sein.

Draußen bei der der Genuss-Ecke

Direkt gegenüber dem Folientunnel steht ein Zelt, in dem Kaffee und Kuchen erhältlich sind. Dort kann man sich – geschützt vor dem Wind, vor den Schneeflocken und auch ein wenig vor der Kälte – hinsetzen und in Ruhe seinen Kuchen verzehren und den Kaffee genießen. Gebacken hat das Team der Hauswirtschaft unserer Magnus-Werkstätten: Es gibt jede Menge Torten und Kuchen, leckere Kreationen, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Schwarzwälder Kirsch ist ebenso dabei wie Eierlikör-Torte oder Schneewittchen-Kuchen.

Wer weiter nach hinten geht, gelangt zu den Buden mit Getränken, Waffeln, Bratwurst, Suppen und Schupfnudeln. Die Düfte vermischen sich, mal haben die Waffeln die Oberhand, dann ist es die Bratwurst, dann wieder der Glühwein und gelegentlich auch das Sauerkraut in den Schupfnudeln. Die Verkäuferinnen und Verkäufer tragen rote Zipfelmützen und sind genauso gut drauf wie der Weihnachtsmann höchstpersönlich. Für manche Gäste ist übrigens die Bratwurst allein ein Grund, um herzukommen. Heuer wird sie im Bierstangerl gereicht, und alle sind einhellig der Meinung: In dieser Kombination schmeckt das Ganze noch einmal leckerer!

Draußen zwischen hier und dort

Viele Menschen sind unterwegs, grüppchenweise wandern sie zwischen dem Gärtnerei-Gelände und dem Magnushof hin und her. Wir freuen uns über die Maßen über den regen Zulauf! Am Morgen ging noch so mancher bange Blick gen Himmel: Ob uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht? Bei Kälte und Wind und Regen mag doch kein Mensch einen Fuß vor die Türe setzen!

Nichtsdestotrotz haben wir bei Regens Wagner Holzhausen mit Kraft und Enthusiasmus und viel Teamwork weiter aufgebaut und alles vorbereitet … und werden dafür reichlich belohnt. Zum einen mit zahlreichen Gästen. Zum anderen mit einer gewissen Wetter-Besserung. Denn der Regen hört am Freitag zum Nachmittag hin auf, die Sonne lässt sich sogar immer wieder kurz blicken. Und schließlich, vor allem am Samstag, rieseln Schneeflocken vom Himmel, die unser Gelände in ein „Winter Wonderland“ verzaubern.

Drin im Hofladen

Wohlig ruhig und kuschelig warm ist es hier. Der ganze Hofladen ist mit viel Liebe zum Detail vorweihnachtlich dekoriert. Wenn sich die Tür öffnet, erklingt ein Singsang mehrerer Glöckchen, und den Eintretenden kommt eine Mischung verschiedener Gerüche entgegen: Es duftet nach Seifen, nach echten Bienenwachs-Kerzen, nach Punsch und Gebäck.

Nicht nur zum Aufwärmen lässt man sich gern an den Tischen nieder – auch zum Genießen! Heute vielleicht ausnahmsweise nicht den köstlichen Kaffee nach italienischer Kaffee-Kultur, sondern ein Glas Punsch und dazu ein Stück weihnachtliches Gebäck. Im Angebot sind Nuss-Schoko-Kuchen, Nussstollen, Stollenstern und Bratapfel-Zimt-Stern.

Wer schon länger nicht mehr hier war, dem wird auffallen, dass ein eigener Raum für Gemüse hinzugekommen und das Unverpackt-Sortiment mittlerweile auf über 31 Lebensmittel angewachsen ist.

Drin im Stall

Im Schafstall auf dem Magnushof herrscht zeitweilig Hochbetrieb: Für eine halbe Stunde an jedem der beiden Adventsmarkt-Tage wird hier eine Lebende Krippe gezeigt. Es sind vor allem Familien mit kleineren Kindern, die sich um die Umrandung der Box scharen. Was gibt es zu sehen?

Im Hintergrund stehen Maria und Josef an der Futterkrippe. Maria in einem blauen Gewand, Josef mit einem Wanderstab, auf den er sich stützt, und einem großen Hut auf dem Kopf. Auf der rechten und der linken Seite rahmen zwei Engel das Geschehen. Auch ein Hirte hat sich eingefunden und ein kleines Schaf mitgebracht – ein echtes Schaf, wohlgemerkt. Kenner wissen: Es handelt sich um Silva, eines unserer Ouessant-Minischafe. Die beiden Esel Pünktchen und Oskar linsen von der danebenliegenden Box auf die Krippen-Szenerie, in deren Hintergrund zwei Frauen auf einem Strohballen sitzen und Geschichten vorlesen. Die Kinder und ihre Eltern hören aufmerksam zu.

Trotz dezenter Lichter entlang der Umrandung, trotz des Kometen, der über der Krippen-Darstellung aufgehängt ist, bleibt das Setting doch … ein Stall. Mit Flecken an den Wänden. Mehr funktional als idyllisch schön. Und genau das macht diese Krippe so besonders! Genau das führt besonders intensiv an die Weihnachtsgeschichte heran: Maria und Josef, das Kind in der Krippe, Ochs und Esel … die fanden sich damals schließlich in einem einfachen Stall, weit entfernt von jedweder Idylle.

Damit kommt die Krippendarstellung hier im Schafstall der damaligen Realität stimmungsmäßig wahrscheinlich näher als so manche wunderschöne Krippe in unseren Wohnzimmern.

Willkommen im Advent!

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