Wir wünschen eine frohe Osterzeit!

Wir wünschen eine frohe Osterzeit!

ein letztes ma(h)l

das volk israel bei tisch
die hüften gegürtet
schuhe an den füßen
den stab in der hand
ungesäuertes brot
lamm und kräuter
hast und anspannung
angst und entsetzen
aufbruch ohne sicherheit
gott mit uns

ein weiteres letztes ma(h)l

zwölf jünger am tisch
der meister in ihrer mitte
er wäscht die füße
er teilt das brot
er reicht den wein
er für uns!
wir für ihn?
und wieder:
aufbruch in die nacht
angst vor dem was kommt
am ende kein neuer morgen
blut und tränen

das erste ma(h)l

zwei jünger auf dem weg
enttäuscht und irritiert
wund und aufgerieben
ein dorf, ein haus für die nacht
ein fremder mit am tisch
er spricht den lobpreis
er teilt das brot
er reicht den wein
herzen beginnen zu brennen
augen gehen auf
erkenntnis und offenbarung
es ist der HERR
aufbruch noch in der nacht
zuversicht und hoffnung
frieden für alle
JESUS lebt

Glaube geht durch den Magen! Das gilt für das Volk Israel beim Auszug aus Ägypten, das gilt für die Jünger mit ihrem Herrn beim Abschiedsmahl, das gilt für die Jünger unterwegs nach Emmaus. Ganz gleich, ob es das letzte Ma(h)l ist oder das erste: Der Gott des Alten und Neuen Bundes offenbart sich im Essen und im Trinken und hält Leib und Seele zusammen.
Immer wenn Gott uns einlädt zum Mahl, dann dürfen wir spüren: Gott ist der Ich-bin-da. Gott lässt uns nicht im Stich. Gott stärkt uns für all die Wege, die wir zu gehen haben. Im Mahl gibt Gott alles, sich selbst. Das Mahl mit Gott wärmt und nährt. Es stiftet Gemeinschaft und schenkt Mut zum Aufbruch. Es offenbart Gottes Wesen: die Liebe, das Leben. Es ermuntert zum Umkehren und erhellt all die dunklen Gedanken der Nacht mit morgendlichem Licht.

Wenn wir zurzeit in Kirche und Gesellschaft das Gefühl haben, dass wir nicht vom Fleck kommen, dass sich nichts bewegt, dass alles stehen geblieben ist, könnte es vielleicht daran liegen, dass immer weniger Menschen sich Gott munden lassen?
Wer sich von Gott einladen lässt, wer sich mit Gott an den Tisch setzt und sich von ihm Brot und Wein reichen lässt, der erfährt die Kraft zum Aufbruch, der hat Anteil an Tod und Auferstehung, der kann im Auftrag des Auferstandenen heute den österlichen Frieden zu allen Menschen dieser Welt bringen.
Und unsere Welt braucht Frieden!

Frohe Ostern!
Ihr Rainer Remmele

Bild: Stickarbeit von Sr. Animata Probst