Sommerlaune dank Sommersause

Sommerlaune dank Sommersause

Freitag, 6. August 2021: Bewohnerinnen und Bewohner von Regens Wagner Holzhausen feierten den Sommer. Auf dem Freizeitgelände vor dem Wohnheim für Erwachsene gab es Leberkässemmeln und Spezi, es gab Eis, es gab Musik … vor allem aber gab es nach langer coronabedingter Durststrecke endlich wieder einmal ein Beisammensein in froher Runde. Dank der Impfungen, der niedrigen Inzidenzen und des guten Wetters war solches an diesem Nachmittag möglich – und es tat soooo gut!

Resümee

„Wir sind froh und dankbar“, fasste die stellvertretende Gesamtleiterin Gabriele Kirschner erleichtert gegen Ende der Veranstaltung zusammen, „dass wir unsere ,Sommersause‘ anbieten konnten. Alle haben mitgemacht – sogar das Wetter!“ Für die Bewohnerinnen und Bewohner sei es „einfach nur wichtig“ gewesen, sich im Rahmen einer Feier zu begegnen. Sie hätten nun so lange zurückstecken und auf so vieles verzichten müssen. Etwa heuer schon zum zweiten Mal auf das übliche Sommerfest mit vielen Gästen aus nah und fern, das zu den größten Highlights im Jahreslauf zählt.

Im Vorfeld

Vor einigen Wochen hatte die Nachricht von der geplanten „Sommersause“ die Runde gemacht. Und seitdem lag die Vorfreude prickelnd in der Luft. Freilich gepaart mit dem leisen Bangen, ob denn das Wetter mitspielen würde. Am Tag vor dem großen Ereignis flogen allseits noch die Fragen hin und her: Ob es wohl klappt? Bleibt es morgen Nachmittag trocken? Man ermutigte sich gegenseitig mit gedrücktem Daumen oder – um alle Register zu ziehen – wandte sich an Petrus mit der herzlichen Bitte, doch morgen bitte die Himmelsschleusen geschlossen zu halten.

Auch das Organisationsteam befragte gefühlt tausendmal die verschiedenen Wetterdienste im Internet. Wenn der eine mit eher unangenehmen Nachrichten daherkam, spitzte man beim anderen rein, vielleicht sah der ja die Lage nicht ganz so hoffnungslos! Nur nicht verzagen. Denn eines war klar: Wenn nur irgend möglich, dann würde die Sommersause stattfinden! Es gibt ja Pavillons, die man aufstellen kann, und so ein klein bisschen Nieselregen zwischendurch sollte uns die Laune nicht verderben, wir sind doch schließlich nicht aus Zucker!

Noch am späten Freitagvormittag – die Biertische und Bierbänke waren bereits aufgebaut – ging mancher zweifelnde Blick zum Himmel. Diejenigen, die dem Petrus sogar noch eine Kerze gestiftet hatten, waren jetzt fein raus, denn sie wussten: Das wird schon!

Und es wurde.

Der Auftakt

Kurz vor 15 Uhr. Das Freizeitgelände vor dem Wohnheim für Erwachsene beginnt sich zu füllen. Viele Plätze an den Tischen sind bereits bezogen. Eine coole Sache: Man geht zur Haustür heraus und befindet sich direkt auf dem Festplatz! Für die Senioren ist der Weg aber auch nicht weit: Einmal über die Straße, mehr nicht. Auch eine Gruppe aus der HPT hat hergefunden und freut sich auf die Sommersause.

Inzwischen weht bereits Musik über den Platz, und vor dem Eingang zu den Wohnpflegegruppen tanzt eine Bewohnerin mit der Verwaltungsleiterin – beide mit FFP2-Maske, denn mit 1,50 Meter Abstand (der ohne Mundschutz auch im Freien eingehalten werden soll) kann man nun mal nicht zusammen tanzen! An der Getränkeausgabe geben zwei Bereichsleiterinnen Spezi, Wasser und Apfelschorle aus, während der Eisstand noch verwaist ist. Aber gleich wird sich das ändern.

Gabriele Kirschner tritt ans Mikrofon, um das Fest zu eröffnen. „Noch ein Jahr ohne Sommerfest“, greift sie die allgemeine Kümmernis auf, „schon das zweite hintereinander, das geht doch nicht!“ Damit ist ihr die Aufmerksamkeit ihrer Zuhörerschaft gewiss, als sie fortfährt: Man habe überlegt, was man denn machen könne. Und alle – die Hauswirtschaft, der technische Dienst, die Verwaltung und die Bereichsleitungen – hätten gesagt: Wir sind dabei! Somit heiße es nun: „Das Fest ist eröffnet!“

Hoher Besuch

Nachdem es sich um eine interne Veranstaltung handelt, können wir keine Gäste bei uns begrüßen. Trotzdem erhalten wir hohen Besuch. Ja, wirklich! Hohen Besuch, über den sich alle Jüngeren freuen „wie ein Schnitzel“ und alle Älteren „wie ein Schneekönig“:

Es ist der Sommer höchstpersönlich, der vorbeischaut! Nur für ein, zwei Stunden und mit etwas Verspätung, aber er kommt und wird von uns herzlich willkommen geheißen.

Ihm zu Ehren und zur eigenen Freude wird das Tanzbein geschwungen, zu Musik, die alle kennen und mögen. Für jeden ist etwas dabei, etwa ein Zwiefacher für das Paar in Dirndl und Lederhose oder ein Twist für die Jungs aus der HPT. Diakon Thomas Knill, den wir als kreativen Seelsorger kennen, entpuppt sich heute als begnadeter DJ, der immer den richtigen Titel findet, um die gute Stimmung aufrechtzuerhalten. Der selber auch gern mal mitswingt oder mitsingt.

Ab zum Leberkäs‘!

Bald nach dem Auftakt kommt die Durchsage: „Jetzt heißt es nicht ,Ab in den Süden!‘, wie im letzten Lied, sondern: ,Ab zum Leberkäs‘!‘ Einen guten Appetit!“ Für die Vegetarier liegen Käsesemmeln bereit, aber die große Mehrheit entscheidet sich für den Leberkäs‘. Eine der beiden Ausgaben befindet sich unter einem Baum vor der Wohngruppe Schwarze Rose, in den Ästen baumeln bunte Mobiles, die von den Bewohnerinnen zu Beginn der Corona-Pandemie gebastelt wurden.

Der Eisstand ist inzwischen auch bevölkert, ein Eis wandert über die Straße zur Pforte, damit die dortige Mitarbeiterin ebenfalls an der Sommersause teilhaben kann. An so einem Nachmittag soll doch keiner leer ausgehen! Das denkt sich auch die Chefin der Verwaltung und geht mit der Sommerausgabe der Hauszeitschrift „Holzwurm“ durch die Reihen. Den gibt’s heute zur Feier des Tages ausnahmsweise geschenkt.

Knoten geplatzt

Über drei Stunden später. Auf dem Freizeitgelände halten sich noch ein paar hartnäckige Festbesucher auf. Alles ist abgebaut, die Musik verstummt. Über dem Gelände liegt ein beseligter Friede.

Auf einer Bank gegenüber dem Freizeitgelände haben die stellvertretende Gesamtleiterin Gabriele Kirschner und ihre künftige Nachfolgerin Simone Carl Platz genommen. Entspannt strecken sie die Beine aus, ein Lächeln im Gesicht. „Das war eine gute Sache“, stellt Simone Carl fest, „und bitter nötig nach der langen Zeit.“ – „Ja“, bestätigt Gabriele Kirschner, „man kann richtig fühlen, dass ein Knoten geplatzt ist. Gott sei Dank!“

  • Sommersause bei Regens Wagner Holzhausen, 6. August 2021