Power und Spirit

Mitgebsel beim geistlichen Impuls in der Magnusheim-Kirche am 2. Juni 2021

Mitgebsel beim geistlichen Impuls in der Magnusheim-Kirche am 2. Juni 2021

 – Impuls von Diakon Thomas Knill am 2. Juni 2021 zum Thema: Sich vom Heiligen Geist beflügeln lassen, von ihm Schwung und Weisheit, Mut und Kraft empfangen.

Wieder einmal hatte Diakon Thomas Knill zu einer geistlichen Verschnaufpause eingeladen. Diesmal sollte es sich gleichzeitig um ein geistliches Frühstück handeln. Nämlich eine Zeit, um sowohl durchzuatmen als auch geistliche Nahrung aufzunehmen, sie zu „kauen“ und zu „verdauen“.  Sozusagen „two in one“ …

Durchschnaufen 

Du öffnest die Tür, die im 1. Stock unseres Haupthauses in die Magnusheim-Kirche führt. Bist vielleicht ein wenig außer Atem, weil du erst auf den letzten Drücker Deinen Arbeitsplatz verlassen hast (dies und das wolltest du eben „schnell noch“ erledigt haben!) und die Treppen hochgesprintet bist – und es ist, als ob du in eine andere Welt eintrittst:

Stille. Weite. Sonnendurchflutete Helligkeit. Vorn am Alter brennen die Kerzen. Leise Klänge von Orgel und Trompete nehmen dich in Empfang, als würden sich zwei große Arme für dich auftun und sagen:
Willkommen!

Kauen

Nahrung zum Kauen gab’s in Form einer Geschichte.

Ein Pfarrer in einem sizilianischen Dorf, der für seine originellen Predigten bekannt war, brachte seiner Gemeinde das Pfingstereignis auf ganz spezielle Weise nahe, Jahr für Jahr: In jedem Pfingstgottesdienst ließ der Mesner eine Taube im Kirchengebäude fliegen. Sie gilt ja als Symbol für den Heiligen Geist. Der Pfarrer war überzeugt und vermittelte dies auch seiner Gemeinde: Dasjenige Gemeindeglied, auf dem sich die Taube niederlassen würde, erfahre eine Erleuchtung durch den Heiligen Geist.

Dass dies wirklich so war, dafür gab es in der Pfarrei mehrere Belege. In einem Jahr setzte sich die Taube auf die Schulter des Lehrers. Dieser brachte den Mut auf, ein tolles Manuskript zu veröffentlichen, das jahrelang bei ihm in der Schublade gelegen hatte. In einem anderen Jahr flog die Taube auf das Haupt eines reichen, eingebildeten Adligen. Und prompt ließt dieser eine Wasserleitung für das Dorf einrichten … ganz uneigennützig! Was nicht nur den Dorfbewohnern, sondern auch ihm selbst gut tat! Weitere Beispiele gäbe es zu nennen, vielleicht eines noch: Als ein unehrlicher Verwalter der Auserkorene war, nahm dieser das unterschlagene Geld und baute damit eine Kapelle zu Ehren des Heiligen Geistes! Genau wie der Graf lebte er selber dadurch richtig auf.

Als aber ein neuer Geistlicher die Pfarrstelle übernahm, war diesem klar: So ein Firlefanz! Den einfältigen Dorfleuten wollte er es zeigen. Als Pfingsten da war, ließ er in der Kirche alle Fenster und Türen öffnen. Gewiss würde die Taube in die Freiheit fliegen. Doch zur großen Freude aller Anwesenden landete sie … just auf dem Haupt des Pfarrers! Und alle Gläubigen applaudierten begeistert.

Eine faszinierende Geschichte, nicht wahr! Bei einem weiteren Musikstück war Zeit, sie zu überdenken und auf folgenden Fragen „herumzukauen“:

  • Wenn sich die Taube jetzt und hier auf meine Schulter setzen würde, wozu könnte sie mich ermutigen oder beflügeln?
  • Wofür brauche ich neuen Schwung?
  • Mit wem habe ich etwas zu klären, das mich schon lange drückt?
  • Was möchte ich gern an mir verändern?

Verdauen

Nach dem Kauen kommt das Verdauen. Vielleicht zunächst auch das Wiederkäuen – denn Geschichten kann man sich ja in der Regel gut merken und leicht mit in den Alltag nehmen!

Verdauen heißt dann verinnerlichen, das Gehörte ganz in sich aufnehmen. Zum Beispiel mithilfe eines Gebets, denn Gebete geben Power und Spirit. Ein geeignetes Beispiel fand sich auf der Rückseite einer Bildkarte, die für alle als Mitgebsel vorbereitet war:

„Herr, fülle mich mit deinem lebendigen Geist. Einem Geist, der mir Kraft gibt und Mut, der mich beflügelt auf den Wegen meines Lebens …“ (Sr. Jordana Schmidt)

Diakon Knill wäre nicht Diakon Knill, wenn er nicht für seine Gemeinde noch eine nette Anekdote im Gepäck gehabt hätte, mit der dieser Aspekt – nämlich Kraft und Mut und Beflügeln – noch einmal unterstrichen wurde:

In einem vornehmen Viertel Londons geht Winston Churchill mit seiner Ehefrau spazieren. Die Leute grüßen, man wechselt ein paar Worte. Plötzlich spricht ein Straßenfeger Frau Churchill an, sie bleibt stehen und unterhält sich mit ihm. Ihr Mann fragt sie dann, neugierig und verwundert: „Worüber habt ihr denn geredet?“ – „Ach“, meint sie ein wenig verträumt, „er war vor langer Zeit einmal in mich verliebt!“ Winston Churchill schmunzelt und erwidert: „Siehst du, hättest du den geheiratet, dann wärst du jetzt die Frau eines Straßenfegers!“ – „Aber nein!“, widerspricht sie: „Dann wäre er Premierminister!“

Liebe beflügelt! Das ist Botschaft, die in diese Anekdote verpackt ist. Liebe beflügelt. Nicht nur die Liebe einer Frau zu ihrem Mann, sondern auch die Liebe Gottes zu jedem Menschen. Sie gibt uns  Mut, Kraft und Hoffnung – vor allem dann, wenn das Leben hart oder ungerecht mit uns umspringt.

Fürchte dich nicht, denn ich stehe dir bei; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott! Ich mache dich stark, ich helfe dir, mit meiner siegreichen Hand beschütze ich dich!
(Jesaja 41,10)

  • Geistliche Verschnaufpause bei Regens Wagner Holzhausen am 2. Juni 2021

  • Diakon Thomas Knill: Hinter jedem Menschen steht ein starker Gott, der uns Mut und Kraft geben will durch den Heiligen Geist, der uns beflügelt und Schwung gibt