Geschichte von Regens Wagner Holzhausen
Magnusheim

1904

Magnus NiedermairMagnus Niedermair, der Nachfolger von Regens Wagner, kauft ein landwirtschaftliches Anwesen in Holzhausen.
Hier soll eine Einrichtung für behinderte Frauen aufgebaut werden. Es ist die zehnte Einrichtung im Gesamtwerk.
Die Taubstummenlehrerin M. Josefa Rieder wird die erste Oberin. Gleichzeitig leitet sie den landwirtschaftlichen Betrieb.

1912

Der Schulbetrieb wird aufgenommen: Die Schwestern unterrichten taubstumme Mädchen.

1910-1912

Ein neues Wohngebäude mit eigener Hauskapelle wird gebaut.
Nur ein Jahr nach der Einweihung brennt es weitgehend ab und wird erneut aufgebaut.
Das Haus erhält den Namen „Magnusheim“.

1925

Im Magnusheim leben über 200 Frauen, Jugendliche und Schulkinder.
Die Kinder erhalten Unterricht, die Jugendlichen und Erwachsenen werden zur Arbeit angelernt.
Es ist schwer, den Heimbetrieb aufrechtzuerhalten. Denn in Deutschland herrscht Inflation (Geldentwertung).

Blick in die Magnusheim-Küche der 1920er-Jahre Arbeiten im Nähzimmer des Magnusheims in den 1920er-Jahren

1933-1947

Durch die neuen Gesetze des Nationalsozialismus (NS) wird es immer schwieriger, für Menschen mit Behinderung da zu sein.
Gegen Ende der NS-Zeit wird das Magnusheim Reservelazarett, nach Kriegsende KZ-Hospital und Kibbuz.

Ab 1947

Schul- und Arbeitsbetrieb werden wieder in vollem Umfang aufgenommen.
Im Wohnbereich werden die großen Schlafsäle abgeschafft und durch kleinere Wohneinheiten ersetzt.
In der Schule gibt es jeweils eigene Angebote für Kinder mit Lernbehinderung und geistiger Behinderung.
Erste Angebote im Bereich Ausbildung entstehen.
Die Schwestern erhalten immer mehr Unterstützung durch weltliches Personal.

1985

Eine wichtige Neuerung ereignet sich in der Schule: Sie ist jetzt auch für externe Schüler aus dem Landkreis Landsberg geöffnet. Bisher wurden hier nur Heimbewohner unterrichtet und gefördert.
Die Schülerzahl steigt stetig.

1986

Die Magnus-Werkstätten Holzhausen werden gegründet.
Sieben Jahre später kommt eine Förderstätte hinzu.

Ab 1988

Die ersten Heimbewohner beziehen Wohnungen in Buchloe und Landsberg.
Dies ist der erste Schritt in eine neue Richtung: Menschen mit Behinderung leben und arbeiten nicht länger an nur einem zentralen Ort (Dezentralisierung).

1995

Die Regens-Wagner-Schule Holzhausen mit inzwischen über 200 Schülern wird Landkreis-Schule für den G-Bereich (Förderschwerpunkt geistige Entwicklung).

1999

Das Magnusheim erhält den Namen „Regens Wagner Holzhausen – Magnusheim“.

2000

Vier Wohngruppen beziehen den neu gebauten Wohnpflegebereich in Holzhausen.

2002

Die Landwirtschaft stellt um auf ökologischen Landbau.
Die Erzeugnisse werden in der Umgebung als Bio-Produkte vermarktet.

2003

In Buchloe wird eine Betriebsstätte der Magnus-Werkstätten eröffnet und eingeweiht.
60 Beschäftigte können hier arbeiten. Die Arbeitsbereiche sind: Metall, Montage, Verpackung und Hauswirtschaft.

2005

Ein großer Bauabschnitt geht zu Ende: Schulen, Küche, Heilpädagogisches Heim für Kinder und Jugendliche und Heilpädagogische Tagesstätte sind saniert und erweitert worden.
Vier weitere Kinderwohngruppen sind im Rahmen der Sanierung nach Buchloe verlagert worden.
In Landsberg entstehen zwei Wohngruppen für Erwachsene. Eine davon ist die erste Wohngruppe für Menschen mit Autismus.

2007

Die Magnus-Werkstätten eröffnen einen CAP-Markt in Landsberg.
Damit werden die ersten Arbeitsplätze nach Landsberg verlagert.
Es sind gleichzeitig die ersten Arbeitsplätze der Magnus-Werkstätten inmitten der Gesellschaft. Die Bedingungen sind ähnlich wie auf dem normalen Arbeitsmarkt.

2008

In Buchloe und Landsberg entstehen drei neue Wohngruppen für erwachsene Menschen mit Behinderung.
Die Zahl der Außenwohngruppen hat sich damit auf 16 erhöht. 11 befinden sich in Buchloe und 5 in Landsberg.

2009

Eine Hackschnitzelheizung wird gebaut und in Betrieb genommen.
Sie versorgt 80 Prozent der Gebäude mit Wärme aus erneuerbarer Energie.

2011/2012

Auf Anregung der Agentur für Arbeit zieht der Ausbildungsbereich nach Landsberg am Lech. (In Holzhausen verbleibt der Zweig Gartenbau.)
Die Auszubildenden können so den Weg vom Wohnort zur Ausbildungsstätte mit öffentlichen Verkehrsmitteln selbstständig zurücklegen.
Damit die Milchviehhaltung Zukunft hat, wird ein neuer Milchvieh-Laufstall gebaut.
Er bietet Platz für 150 Milchkühe und ist mit einem Melkroboter ausgestattet.
Im August 2012 wird er in Betrieb genommen.

2012

Die Hackschnitzelheizung wird erweitert.

2014

Im September startet als neue Wohnform das inklusive Wohnen in Landsberg: Menschen mit und ohne Behinderung leben gemeinsam in einer Landsberger Stadtvilla.
Zwei Gruppen unserer Förderstätte haben einen neuen Standort in einem Gebäudekomplex in Landsberg gefunden. Sie sind dort von Geschäften, Büros und Praxen umgeben.

2016

Der Konvent wird aufgelöst. Die Personalsituation des Ordens macht diesen Schritt erforderlich.

2017

Für die Vielfalt an Produkten, die in den Werkstätten und den Bioland-Betrieben erzeugt werden, wird eine Eigenmarke entwickelt:
Für Leib und Seele – Lebensmittel vom Magnushof
Von Mensch zu Mensch – Handwerk aus den Magnus-Werkstätten
An dem grünen Etikett mit Ähren beziehungsweise Händen kann man jetzt die Eigenprodukte von Regens Wagner Holzhausen gut erkennen.

In der reich bebilderten Chronik (siehe unsere Seite Chronik) finden Sie weitere Einzelheiten zur Geschichte von Regens Wagner Holzhausen (bis 2004).