Heilen, schützen, pflegen

Heilen, schützen, pflegen

Magnusgottesdienst am 16. September. Bei spätsommerlichem Wetter feierten wir in unserer Kirche den diesjährigen Magnusgottesdienst. Denn am 6. September war der Namenstag des heiligen Magnus, und auf ihn wollen wir uns zum Beginn des neuen Arbeitsjahres besinnen.

Werkstättenleiterin Margit Gottschalk begrüßte die Anwesenden auf sehr herzliche Weise. Sie entschuldigte Gesamtleiterin Simone Kögl, die kurzfristig verhindert war. Dann wünschte sie allen einen frohen und guten Start, ob in den Werkstätten, den Förderstätten oder der T-ENE. Zuletzt kam die von allen ersehnte Ankündigung, dass es in den Werkstätten zur Feier des Tages anschließend die traditionelle Leberkäs-Semmel gibt. Lauter Jubel war die Antwort.

Den Gottesdienst hielt Pfarrer Johannes Huber. Bevor es richtig losging, war er bereits am Mikrofon und gab einige Erläuterungen, probte mit uns das Lied vom Tempel – und versprach für nachher noch eine richtige Überraschung. Und zwar gab es dann keinen Einzug mit den Ministranten wie sonst im Gottesdienst, sondern Pfarrer Huber und zwei Ministranten gingen mit einer duftenden Creme durch die Reihen und gaben jedem etwas davon auf einen Handrücken. „Aber nicht überall verschmieren!“, hatte er vorher gemahnt und das so eindrücklich vorgemacht, dass alle schallend lachen mussten. So verrieben wir ganz folgsam die Creme sanft und wohlig auf dem einen Handrücken – und nirgends sonst! Es war ein wenig so, als würden wir uns streicheln.

In der Predigt ging es darum, was das Wort „Christus“ bedeutet. Aber erst sprach Pfarrer Huber davon, dass der heilige Magnus die frohe und froh machende Botschaft von Christus ins ganze Allgäu getragen hat. Weite Wege hat er dabei zurückgelegt. Von der Schweiz bis nach Kempten und Füssen. „Warum hat er das gemacht?“, stellte er als Frage in den Raum: „Was hat ihn denn angetrieben? Warum war ihm das so wichtig?“

Die Antwort lautet: Weil er von Christus erzählt hat. Christus, so lernten wir, ist ein griechisches Wort. „Kann hier jemand griechisch?“ fragte Pfarrer Huber und tat ganz neugierig. Alle lachten: Nein, natürlich nicht! Da flüsterte er: „Ich kann’s ein bisschen“. Jedenfalls gut genug, um das Wort „Christus“ zu erklären. Das nämlich bedeutet „der Gesalbte“. Und prompt kam ein Ruf aus den Bänken: „Darum die Creme!“ Pfarrer Huber schmunzelte und vertröstete: „Wir kommen gleich darauf!“

„Christus“, so hörten wir weiter, war sozusagen ein Spitzname für Jesus. Denn Jesus war wie Salbe. Was bewirkt denn eine Salbe? Sie heilt Wunden, wenn es eine Heilsalbe ist; sie schützt vor Sonnenbrand,  wenn es eine Sonnencreme ist; sie pflegt unsere Haut, wenn es eine kosmetische Creme ist. Genau das tut Jesus: heilen, schützen, pflegen. Und weil das so unglaublich wunderbar ist, verbreitete der heilige Magnus die Nachricht von Christus im ganzen Allgäu.

Aber es kommt noch besser: Die Menschen, die das begreifen und erfahren, die verändern sich. Sie wollen sein wie Jesus und fangen selbst an zu heilen, zu schützen, zu pflegen. Sie fangen sozusagen an, selbst für andere „Salbe“ zu werden. Wie fühlt sich das denn an, wenn man mit einer Salbe eingecremt ist? Wir probierten es an unserem Handrücken aus: Tatsächlich fühlte sich dieser weicher und glatter an als die übrige Haut. Und wir begriffen: Menschen, die sich Christen nennen und sein wollen wie Christus, tun anderen wohl. Wie Salbe.

Eines kam noch hinzu. Denn die Salbe hatte auch einen feinen Duft hinterlassen. Einen Duft, das gab uns Pfarrer Huber abschließend mit auf den Weg, verbreiten auch Menschen, die Christus nachfolgen: Wo sie sind, „riecht es“ nach Gott. – Im wahrsten Sinne des Wortes ein „dufte“ Gottesdienst, aus dem man gestärkt heraus ging. Auch ohne Leberkässemmel … mit Leberkässemmel dann freilich umso mehr!