Firmung in der Kirche des Magnusheims

Firmung in der Kirche des Magnusheims

Am 18. Juli 2018 empfingen zahlreiche Jugendliche das Firmsakrament in der Kirche des Magnusheims. Firmspender war Weihbischof Florian Wörner aus Augsburg. Die Jugendlichen kamen aus den Pfarreien Holzhausen, Erpfting und Ellighofen sowie von Regens Wagner Holzhausen.

„Tue, was du kannst, und bete um das, was du nicht kannst, so wird Gott dir geben, dass du es kannst.“ Dieser Spruch des heiligen Augustinus war das „Mitgebsel“ für alle. Damit beendete der Weihbischof seine bewegende Ansprache. Darin kamen hochinteressante Tiere vor wie Maulwürfe, Fische und Mammuts … doch mehr dazu später.

Lebendig, feierlich und würdevoll

Es war ein sehr lebendiger, dabei feierlicher und würdevoller Gottesdienst. Wäre das Wort nicht so altmodisch, müsste man von „erhaben“ sprechen. Und doch: Es gibt kein Wort, das die Atmosphäre besser beschreibt:

Unsere große Kirche ist bis hoch in die Emporen voll belegt, die Menschen sind in festlicher Kleidung. Sonnenschein durchleuchtet von draußen das Kirchenschiff. Leuchtende Papier-Flammen in Rot-Orange-Gelb-Tönen schmücken den Altarraum. Mächtige, wundervolle  Orgelmusik füllt das gesamte Gebäude. Und dann erklingt das erste Lied „Atme in uns, Heiliger Geist“, bevor nach einem Augenblick der Stille Bischof Florian Wörner mit den Ministranten und den übrigen Geistlichen einzieht. 

Dabei trägt der Bischof seine Mitra, die deutlich macht: Heute geht es um etwas Besonderes! Das zeigt auch die Farbe Rot: Bischof Florian Wörner, Pfarrer Johannes Huber und Pater Aurelian Freser tragen rote Messgewänder, Diakon Harald Walter und Diakon Thomas Knill rote Stolen. Die Farbe Rot steht heute für den Heiligen Geist. Und um den dreht sich alles.

Birgitta Klein, Konrektorin der Regens-Wagner-Schulen Holzhausen, begrüßt alle Anwesenden stellvertretend für Regens Wagner Holzhausen. Ihre Aufgabe ist es auch, die Lesung aus der Apostelgeschichte vorzutragen. Darin geht es um die Ausgießung des Heiligen Geistes am allerersten Pfingstfest.

Der „Bulldog mit Fell“

Die Ansprache des Weihbischofs  beginnt tierisch im wahrsten Sinne des Wortes.  So versteht jeder, was gemeint ist, wenn man sagt, jemand ist „in seinem Element“: Der Vogel ist es in der Luft, der Fisch in der Singold. Und der Maulwurf – als „Bulldog mit Fell“ – in der Erde. Für uns Menschen, so meint der Bischof, bleibt das vierte Element: Feuer.

Wir sind da in unserem Element, wo uns das Herz aufgeht, wo wir „Feuer und Flamme sind“. Dabei, so der Bischof, sei Feuer nicht von seiner zerstörerischen Seite zu sehen, sondern von der anderen: Feuer kann wärmen und Licht spenden. Und die Bibel weiß an mehreren Stellen von einem Feuer, das nicht verbrennt. Ein Beispiel seien die Feuerzungen beim ersten Pfingstfest, die den Aposteln Kraft und Mut für ihre Aufgabe geben.

„Das mit Gott stimmt!“

Wir haben heute dieselben Aufgabe wie die Apostel damals, führt der Bischof aus, nämlich den Glauben zu verbreiten. Dafür brauche Gott uns alle. Wir sollen sagen: 

  • Das mit Gott stimmt, es ist nicht bloß Einbildung! 
  • Jesus hat uns erlöst, er lebt und ist vom Tod auferstanden! 
  • Darum sind wir für das Leben und für den Himmel bestimmt. 
  • Mit dem Tod hört nicht alles auf, da geht es erst richtig los: Der Himmel wartet auf uns, wo es keinen Schmerz gibt, kein Leid, keine Krankheit – sondern Freude und Glück pur! 
  • Und weil das so ist, sollen wir einander lieben und gut miteinander umgehen.

Das sollen wir allen Menschen sagen, bis in die entferntesten Winkel der Erde. Die Kraft und den Mut dazu bekommen wir vom Heiligen Geist. Er hilft uns, für die Sache Gottes Feuer und Flamme zu sein.

Mut in allerlei Gewändern

„Der Heilige Geist macht Mut“, so lautet die Kernaussage der Ansprache. Und weiter geht es unter Einbeziehung der Festgemeinde mit einer Suche nach Worten der deutschen Sprache, die mit …mut enden. „Es gibt sehr viele davon“, weiß der Bischof, „und ich meine jetzt nicht Helmut. Auch nicht Mammut oder Übermut. Sondern ... ?“

Der erste Vorschlag kommt direkt aus der ersten Reihe: Demut. Bischof Wörner freut sich: „Ein wunderbares Wort!“ Demut sei der Mut, anderen zu dienen. Sich nicht zu schade zu sein. Auch der Mut, andere groß werden zu lassen: „Demut ist ein super Mittel gegen den Neid!“

Andere Begriffe sind Sanftmut – das Gegenteil von Grobheit und Ellenbogendenken –, Großmut – großzügig sein, anderen etwas abgeben und einander verzeihen – und Frohmut, ein anderes Wort für Freude. „Wo der Heilige Geist ist, herrscht Freude“, kommt der Bischof zum Ende seiner Ansprache: Und wo Traurigkeiten sind, bringe er als Tröster Zuversicht, Hoffnung und Lebensmut. „Er bewirkt wunderbare Dinge! Ich erlebe es ständig und bete jeden Tag: Komm, Heiliger Geist.“

Finale mit viel Musik

Nun ist es so weit: Die Firmlinge empfangen das Sakrament der Firmung. Anschließend gibt es eine feierliche Eucharistiefeier. Nach dem Segen sind alle Anwesenden zu einem Umtrunk in unserem Innenhof eingeladen.

Gut eineinhalb Stunden hat der Gottesdienst gedauert. Aber keiner hat auf die Uhr geschaut, auch nicht heimlich! Es war einfach zu spannend und abwechslungsreich! Dazu hat nicht zuletzt die reichliche Musik beigetragen:

Von der zweiten Empore waren Verena Keppeler (Querflöte, Akkordeon) und Annegret Fischer-Fey (Geige) zu hören. Außerdem sehr frisch und lebendig der Schulchor unter der Leitung von Christopher Wegener. Und nicht zuletzt Georg Vögele an der Orgel; er brachte die „Königin der Instrumente“ regelrecht zum Jubeln.

Weitere Bilder

  • Firmung am 18. Juli 2018 in der Kirche des Magnusheims – Blick in den Altarraum

  • Firmung am 18. Juli 2018 in der Kirche des Magnusheims – Blick in das Kirchenschiff